17/01/2017
..

Chelsea Manning kommt frei <3

*

I’ve been putting out fire with gasoline.

*

Erst mitten in der Präsentation fällt mir auf, dass ich die Ergebnisse unserer Gruppe vor fünfzehn mir so gut wie unbekannten Menschen auf Englisch halte. Kurz erzeugt der Schreck Leere im Kopf, mir fällt das Wort für treu nicht ein – loyal hilft mir jemand – und dann geht es wieder. Bereits an einem meiner letzten Tage in Tokio wollte ich unbedingt Teil dieses Projektes werden.




16/01/2017
..

Der eine muss bis zum Ende des Monats arbeiten und hätte lediglich Zeit für ein Kurzkusstreffen – ich lächele, denn er hat es wirklich genau so genannt –, der andere ist verreist, und der nächste hat eine Verletzung am Bein und will mich erst sehen, wenn er wieder hergestellt ist. All we need is just a little patience.

*

Die Kunst, zufällig an zwei aufeinander folgenden Tagen Guns N’ Roses zu zitieren.

*

Ich sitze zuhause am Küchentisch, blättere mich durch Abbildungen von Mobile Screens, betrachte Wörter, ergründe Funktionen, hinterfrage Icons und denke mir neue Begriffe aus. Währenddessen Nachrichten aus der Zwischenwelt, im Anschluss ein Telefonat mit Mama, dann unwissentlich die letzte Folge der vorletzten Staffel der Anwaltsserie geschaut, in der die Hauptprotagonistin wieder einmal eine Abfuhr erhält, dabei täte ihr ein wenig mehr Olivia-Pope-ness so gut. (Mir auch.) Abends Telefonkonferenz; oh, diese Konzentrationskrise, wenn man eineinhalb Stunden lang über Abbildungen von Mobile Screens, Wörter, Funktionen und neue Begriffe spricht, ohne sich dabei anzusehen und auf Beispiele deuten zu können. Zuletzt ein Glas Rotwein, der Entspannung wegen. Es ist ganz gut gerade.




15/01/2017
..

Was ich von meinem Alltag in Japan beibehalten habe: Pumpbehälter für Shampoo, Spülung, Duschgel und Körpercreme. Tücher aus Pappspendern, die sowohl auf dem Küchen- als auch Nachttisch stehen. Ein recht leerer Kleiderschrank, in dem sich nur Stücke befinden, die ich auch wirklich trage.

*

Ich telefoniere mit Mama, die am Freitag endlich operiert wurde, und nehme eine aufkeimende Leichtigkeit in ihrer Stimme wahr, die Heiterkeit in mir hervorruft. Ich bin so stolz auf sie, dass sie durchhält. Meine Haare wachsen, wie ein Bart, sagt sie, und wir lachen gemeinsam. Mein halbes Jahr im Ausland, ihre Erkrankung, mein Monat an ihrer Seite, als es ihr am schlechtesten ging, die Gespräche über meine pflegebedürftige Oma, der Austausch mit meiner Schulfreundin über ihren dementen Vater – ich sehe mittlerweile, dass all dies eine Zäsur in meinem Leben darstellt. Verspätet wie ein Tsunami kommt die damit verbundene Handlungsausfforderung nun bei mir an.

*

Sport im Wohnzimmer zu längst vergessener Rockmusik. Jungle, welcome to the jungle.

*

Nachdem ich bisher immer alleine dort war, verspüre ich mittlerweile eine große Sehnsucht danach, mit einem geliebten Menschen an meiner Seite wochenlang durch Japan zu reisen.