20/08/2014
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Vor zwei Jahren war es so warm, dass man die Nacht im Park verbringen konnte. Eine wunderbare Ironie des Zufalls, morgen ein ähnliches Treffen zu haben.




19/08/2014
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Weil er nicht weiß, wie ich heiße, und ich keine Ahnung habe, wie er aussieht, reserviere ich uns zur Sicherheit einen Tisch und wähle dafür einen fremden Namen. Ich entnehme ihn einer Geschichte, die thematisch vielleicht passt.

Bei meinem Anruf im Restaurant überspringe ich den Teil mit dem “Guten Tag, hier ist …”, da es mir nicht gelingt, jenen Namen, der nicht meiner ist und der ein wenig albern klingt, unbefangen über die Lippen zu bringen. Ich frage direkt nach einem Tisch für zwei Personen. Als ich später das Wort aussprechen muss, um die Reservierung zu komplettieren, hält die Dame am anderen Ende der Leitung kurz inne. “Das ist ja interessant”, sagt sie und ich fühle mich bei meiner Lüge ertappt. “So heißt unser Eichhörnchen.”




18/08/2014
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Vor ein paar Wochen dachte ich, es sei Einbildung. Als sich die Situationen häuften, in denen ich an Bahnhöfen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln abschätzig von Frauen gemustert wurde, ging ich davon aus, es sei Zufall. Doch es passiert zu oft, manchmal sogar mehrfach am Tag. In einigen Fällen tuscheln die Frauen danach mit ihrer weiblichen oder männlichen Begleitung. Dann sprechen sie über mein Äußeres und denken, ich bekäme davon nichts mit.

Es fing an mit der rosa Brille und wurde mehr, seit ich dazu manchmal ausschließlich rosa Dinge trage: Kleid, Strickjacke, Strümpfe, Schuhe. Was die lästernden Frauen und Männer nicht ahnen: wenn ich ganz in Rosa gehüllt bin, ist es, als trüge ich eine Rüstung. An das Verhalten habe ich mich längst gewöhnt, doch ich finde es befremdlich, dass ausgerechnet solch ein Aufzug dergestalt zu provozieren scheint. Ich bin schließlich schon mit aufgesetzten Katzenohren durch die Stadt gefahren und niemand nahm davon Notiz.

“Ihr solltet nicht so auffällig lästern.” habe ich heute liebenswürdig lächelnd und mit herzlichem Tonfall dem Paar in der Regionalbahn über die Köpfe mehrerer Mitreisenden hinweg gesagt. “Echt?” fragte der Mann mich perplex zurück. Die Frau verbarg lieber ihr Gesicht an seinem Hals. Ich mache mir daraus mittlerweile einen Spaß.