22/01/2018
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Jedes Telefonat, jede Begegnung mit der inzwischen 98jährigen Großmutter mündet in Beleidigungen. Ich sei zu dick. Ich habe keinen Mann. Sie erzählt mir von den Kindern früherer Schulfreundinnen. Ohnehin sei ich viel zu selten da und andere werden als Hebel eingesetzt, mir ein schlechtes Gewissen zu machen: Deine Mutter fände es auch schöner, wenn du häufiger zu Besuch kommst! Dein Vater, ach der hat doch nur dich! Dein Cousin kommt auch so oft aus München angereist. Mit dem Bus! Wieso besuchst du mich immer nur so kurz?

Es ist wenig von ihr übrig. Geblieben ist der manipulative, gehässige Kern – gepaart mit einer fanatischen Gottesfurcht. Ich habe beschlossen, sie nicht mehr zu besuchen und nicht mehr anzurufen, denn sie bringt mich jedes Mal zum Weinen.

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Es gefällt mir und gefällt mir nicht, wenn du mir betrunken schreibst. Ich will dich anschreien und fragen, wieso du das machst. Wieso du sagst, du gehst lieber hinter als vor mir die Treppe hinauf, wegen der Aussicht. Die ist tabu für dich. Mein Arsch, meine Pussy. Go, fuck your girlfriend.

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Der andere stellt mir Konzertkarten in Aussicht. Es wäre irgendwie unerhört, gingen wir gemeinsam dorthin. Und dann klappt es nicht, aber wir sind ja ohnehin für den nächsten Abend verabredet. Es ist das Date.

Wie immer kneifst du. Dieses Mal ist deine Angst so groß, dass du es nicht einmal wagst, abzusagen. So ist dieses Kapitel für mich jetzt endlich zu Ende. Go, fuck yourself.

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