11/09/2017
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Ich trage vornehmlich dunkle Kleidung und bin Teil einer Menschenschlange. Niemand hier blickt auf sein Mobiltelefon. Vermutlich zu uncool, zumal ja noch vor der Kasse die Kameras abgeklebt werden. Bei mir unterbricht er dem Strom an Menschen, die er hinein lässt. Ich stehe alleine da, ganz vorne, und warte darauf, beurteilt zu werden.

Sprichst du Deutsch? fragt er.
Ja, ich wohne in Berlin, antworte ich.
Warst du schon mal hier?
Ja.
Wann war das?
Ich habe nur eine Sekunde Zeit, zu überlegen, ob ich lüge. Doch ich verbiege mich für niemanden mehr.
Zwei Jahre, antworte ich lachend.
Er nickt, sagt, ich solle warten, und nimmt auf dem Barhocker Platz, von dem aus er sowohl das Gedränge im Kassenvorraum als auch mich beobachten kann.
Ich stehe da, der Wind weht angenehm, ich weiß, dass er mich ansieht, während ich in die Ferne blicke, und es ist mir egal und nicht egal gleichermaßen, was jetzt passiert. Dann winkt er mich hinein.

*

The system only dreams in total darkness.

*

Irgendwie machen wir alles in der falschen Reihenfolge.
Wieso, wie wär’s denn richtig?
Das weiß ich gar nicht, denke ich. Nur, dass ich es mir so nie ausgemalt hatte. Dabei ist es das Außergewöhnlichste, Schönste seit Langem.

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