19/04/2017
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Als vor einiger Zeit die Dreharbeiten angekündigt wurden, fragte man uns, ob es okay sei, wenn wir auch mal mit im Bild seien. Ich dachte, das bedeute, irgendwo im Hintergrund Beschäftigung zu simulieren. Heute wurden wir jedoch geschminkt – ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel Puder im Gesicht hatte. Ich musste draußen auf der Dachterrasse einer fiktiven Präsentation lauschen, keine Jacke tragen und so tun, als sei es warm. Ich glaube, Filmproduktion muss man wirklich lieben, anders kann ich mir die Leidenschaft so vieler Menschen dafür nicht erklären. Die sind vielleicht auch nicht so ungeduldig wie ich.

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Zum ersten Mal erhalte ich Geschenke aus Japan, gleich von zwei Menschen, die ich heute unabhängig voneinander seit längerer Zeit wieder sehe.
Sonst hatte es sich immer umgekehrt verhalten: Ich war die, die nach meinen Urlauben allerlei niedliches oder obskures Zeug überreichte. Als Naho mir die kleinen Umschläge gibt – auf jedem ist eine rosa Illustration von Marie-Antoinette und der zweite Teil ihres berühmtesten, wenngleich nie wirklich geäußerten Ausspruchs auf Japanisch zu sehen – lachen wir herzlich, weil sie offenbar völlig unironisch dazu dienen sollen, Freundinnen zum Kuchenessen einzuladen.

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Ich bin zu faul, neue Musik zu suchen, die mir so sehr gefällt, dass ich sie ohne Unterlass hören will. Es ist ja auch noch so viel alte da, und vielleicht bin ich einfach voll. A common scent of lavender fills the air.

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