14/03/2017
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In der Mittagspause bin ich mit dem Dozenten und einem Seminarteilnehmer alleine im Raum. Irgendwann fängt der Dozent an zu lachen und ruft dem anderen Mann zu: Schade, dass du gerade eine Nulldiät machst – heute ist Schnitzel- und Blowjobtag!

Ich gähne demonstrativ, während der andere Seminarteilnehmer sich vor Lachen nicht mehr halten kann. Ein höchst unwichtiger Tag, erwidere ich, weil ich höflich bleiben möchte, und hoffe, das Thema sei damit abgeschlossen. ‘Ja, für dich nicht, du bist ja Single!’ antwortet daraufhin der Dozent, und mehr als ihm zu sagen, dass mein Beziehungsstatus keine Rolle spiele, fällt mir nicht ein. Ich versuche ungläubig, meinen Ärger zu verdrängen, in der Zwischenzeit kommen die anderen Seminarteilnehmenden aus der Mittagspause zurück und der Unterricht wird fortgesetzt. Anstatt mich zu beruhigen, werde ich immer wütender, bis ich nach etwa einer Stunde aufstehe und gehe. Was denn los sei, fragt mich der Dozent. Eigentlich wollte ich den Seminarraum ruhig verlassen, doch stattdessen beschimpfe ich den Dozenten, knalle die Türe zu und verlasse das Institut. Auf dem Heimweg schreibe ich eine E-Mail, in der ich dem Dozenten erkläre, dass sein Verhalten übergriffig war. Selbstverständlich erhalte ich keine Antwort, denn diese wäre ja ein dokumentiertes Eingeständnis, dass er sich tatsächlich so verhalten hat.

Ich weiß nicht, wie ich nach dieser Auseinandersetzung den Unterrichtstag am Donnerstag besuchen soll. Da ich für eine Freistellung mit der Schulverwaltung über den Vorfall sprechen müsste, wird es also darauf hinauslaufen, dass ich im Seminarraum sitzen und Kanji lernen werde, damit ich anwesend bin und keine Probleme bekomme.

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