05/07/2013
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Ich lasse mich auf eine Kommunikation mit diesem Typen ein, der ab und zu mit einem blonden Mädchen tanzt, und mir dennoch immer wieder sehr lange in die Augen schaut, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Ich gucke jedes Mal zurück. Ansonsten tue ich so, als sei er mir egal, lächle, während ich merke, dass er mich beobachtet. Ich mag dieses Spiel. Ein Mal tanzt zufällig niemand mehr zwischen uns und wir bewegen uns im gleichen Rhythmus.
Dann traue ich mich nicht mehr.
Schade, ich war früher nicht so kompliziert.

Kurz darauf verliere ich erst ihn und anschließend mich, weil ich eine Stunde lang vermeintlich geschäftig umher laufe, nur um ihn wieder zu finden, der doch längst gegangen ist. Es ist zwölf Uhr mittags, ich muss endlich schlafen. Auf dem Weg zum Zelt nippe ich ein letztes Mal an der mit Wodka gefüllten Wasserflasche.

Am Abend stelle ich mich erschöpft in die Schlange vor einem Stand, an dem Essen verkauft wird. Als ich den müden Blick hebe, sehe ich ihn. Er arbeitet dort, lächelt fröhlich die Menschen vor mir an. Erschrocken drehe ich mich um und eile unbemerkt davon.
Nicht so. Nicht, wenn ich solch einen Hunger verspüre.
Als ich später wiederkehre, ist er nicht mehr da.

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