11/02/2013
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Jene Zeit ohne Arbeit, die Zeit zwischen zwei vermeintlich geregelten Leben, ist gut, um ganz in Ruhe zu erforschen, wer man geworden ist, als man so vor sich hingelebt hat im Alltag, der nur wenig Platz ließ, um sich wirklich mit sich selbst zu beschäftigen, und um darüber nachzudenken, wer man werden möchte.
Dieses Mal könnte sich erneut etwas Grundlegendes ändern. Es steht eine Möglichkeit im Raum, die mir vor kurzem noch undenkbar vorgekommen wäre und nun gefällt sie mir von Tag zu Tag mehr. So war das schon immer mit meinen wirklich großen Veränderungen.

Seit letzter Woche befinde ich mich in einer weiteren Parallelwelt. Es ist die Berlinale, auf der ich mich treiben und hetzen lasse. Ich bin alleine mit mir und den vielen Filmen, musste erst wieder lernen, mich auf Geschichten einzulassen, ohne Blick auf die Uhr oder das Mobiltelefon. Zwischen den Vorführungen eile ich durch Menschenmassen, nur um mich erneut mit vielen anderen Personen in eine Schlange zu stellen, in ein weiteres Kino zu setzen, eine neue Geschichte zu erleben. Wir sind so viele und dennoch sind wir meist nur bei uns selbst. Als ich abends erschöpft nach Hause fahre, fühle ich mich allein wie lange nicht mehr. Ich denke an jene zwei Menschen, die mich momentan am meisten beschäftigen, weil Dinge zwischen uns nicht geklärt sind. Von einem der beiden möchte ich mich verabschieden, weil das Schöne zwischen uns gewichen ist, ich mich schon seit geraumer Zeit nicht mehr wohl fühle. Vom anderen habe ich längst noch nicht genug gesehen, aber da bin es nicht ich, die das entscheidet.

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