ruhepuls

26. Januar 2010

Im Haus riecht es nach Kohle und Ofen. Es riecht nach sehr entfernter Kindheit, als meine mittlerweile verstorbenen Großeltern in einer Straße wohnten, die An der Grille hieß. Ich erinnere mich an graue Häuser, einen fahrenden Händler, bei dem es Milch in mir ungewohnten Plastiktüten gab, an eine Toilette mit Zugspülung, dreiteilige Matratzen und daran, dass ich lesen lernte mit Hilfe eines Knax-Heftes, in dem jemand ausrief: “Ich habe eine Idee!” und ich mangels Kenntnis der Vokalverdopplung nicht verstand, was es mit dieser Ide auf sich hatte. Gewaschen wurde ich mit Wasser aus einem Zuber, der in der großen Küche in der Nähe des Ofens stand. Mit meinem Opa bin ich sehr weit die Landstraße hinaus zum Acker marschiert, um Obst zu ernten, wobei wir einen ungesicherten Bahnüberganz überqueren mussten und er trug dabei irgendein Werkzeug geschultert, vielleicht eine Schaufel. Mein noch nicht verheirateter Onkel hatte eine dieser Faserlampen, deren Enden die Farbe veränderten, so man sie berührte und die komisch umher waberten. Der zwei Jahre ältere Cousin hatte mich irgendwann dazu überredet, in eine der vielen Steckdosen zu fassen, wonach mich wie geplant der Schlag traf und er den Hintern versohlt bekam.