ruhepuls

10. Juni 2009

Er sitzt auf einem der vier Drahtstühle, die auch ich immer zum Ausruhen benutze, wenn ich abends auf die U9 warte. Wir gucken auf die Wand hinter dem Gleis, an der vor kurzem noch die Plakate einer Ausstellung gehangen haben. Jetzt befindet sich dort nur noch eine in die Wand eingelassene, leere Holzverkleidung. Mit einer teuren Kamera fotografiert er diesen nackten Plakatrahmen.

Ich saß auch schon so da, knipsend, als die Ausstellung noch hing. Bei mir war da also im Gegensatz zu jetzt nicht nichts zu sehen.
Oder vielleicht doch. Auf weißem Hintergrund stand da nur in krakeliger Schreibschrift:
“Dieses Plakat macht Ihnen nichts vor.”