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	<description>in der tiefe pocht das herz</description>
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		<pubDate>Sat, 25 May 2013 00:03:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>maike</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Gedanken habe ich bereits mehrere Einträge wie diesen geschrieben. Allen ist gemein, dass ich nicht frei von dir bin. Es tut nicht weh, manchmal habe ich dich fast vergessen, doch ab und an würde ich dich sehr gerne wiedersehen und dann zieht es ein bisschen an jener Stelle, für die es nur olle Metaphern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Gedanken habe ich bereits mehrere Einträge wie diesen geschrieben. Allen ist gemein, dass ich nicht frei von dir bin. Es tut nicht weh, manchmal habe ich dich fast vergessen, doch ab und an würde ich dich sehr gerne wiedersehen und dann zieht es ein bisschen an jener Stelle, für die es nur olle Metaphern gibt.</p>
<p>Worte der Zuneigung konserviert als Bildschirmfoto auf dem Mobiltelefon. </p>
<p>Geblieben ist eine Unverbindlichkeit, die mich kränkt, weil wir mehr miteinander geteilt haben als dies Körperliche, auf das sich nun im Nachhinein alles reduziert. Was es mir sonderbar schwer macht, loszulassen.</p>
<p>.</p>
<p>&#8220;Keep it hardcore from the beginning to the end.&#8221;<br />
Naked Lunch, <em>All is Fever</em></p>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 20:32:46 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Jedes Mal ist alles vorbei, bevor es richtig begonnen hat: Verabredungen, Liebschaften, sichere Arbeit, Gesundheit, Freundschaften. Geduld müsste grenzenlos sein, ist jedoch aufgebraucht. Am letzten Tag der Konferenz trinke ich Bier, werfe mich in Arme, küsse viele Wangen, doch sie hilft mir nicht, diese Flüchtigkeit. Danach liege ich im Bett und die einzige Konstante ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Mal ist alles vorbei, bevor es richtig begonnen hat: Verabredungen, Liebschaften, sichere Arbeit, Gesundheit, Freundschaften.<br />
Geduld müsste grenzenlos sein, ist jedoch aufgebraucht.<br />
Am letzten Tag der Konferenz trinke ich Bier, werfe mich in Arme, küsse viele Wangen, doch sie hilft mir nicht, diese Flüchtigkeit.<br />
Danach liege ich im Bett und die einzige Konstante ist die Warteschleife, in der ich hänge.<br />
Immer noch? Schon wieder? Ich hab&#8217;s vergessen.</p>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 23:34:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist egal, dass wahrscheinlich alles Zufall ist. Wenn die Dinge gut laufen, ergeben sogar Erlebnisse mit negativer Anmutung einen Sinn, weil man hochtrabend für sich zu wissen und zu fühlen meint, dass es eben so habe sein müssen, damit man genau die Person werden konnte, die man gerade ist. Bildet Banden! sagt sie und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist egal, dass wahrscheinlich alles Zufall ist. Wenn die Dinge gut laufen, ergeben sogar Erlebnisse mit negativer Anmutung einen Sinn, weil man hochtrabend für sich zu wissen und zu fühlen meint, dass es eben so habe sein müssen, damit man genau die Person werden konnte, die man gerade ist.</p>
<p><em>Bildet Banden! </em>sagt sie und das machen wir, mit Haltung und voller Aufmerksamkeit füreinander. Ich werfe Lackmustests und alle bestehen. Hier bin ich sicher, denke ich, und halte viel mehr aus. Wir tauchen unter die Oberfläche und es geht ja nicht immer um mich, es ist alles gut, sogar das, was bald meine <em>Arbeit</em> sein wird, fühlt sich bereits an wie ein liebgewonnenes Projekt mit Freunden.</p>
<p><em>Ich würde dich gerne noch mal sehen.</em> steht in der Nachricht in jener Nacht und ich mag das. Zwanzig Minuten sind ein Anfang.</p>
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		<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 21:07:57 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Während der Flur meiner Wohnung zur Schleuse wird, in der wir letzte Dinge austauschen – ich bekomme meinen Zweitschlüssel und ein Buch wieder, er seine Schallplatten, Bücher und ein paar DVDs &#8211; fahre ich mit der M4 zum Alexanderplatz. Am Volkspark steigt eine Frau mit Koffer ein, die von ihrer Freundin verabschiedet wird. Es ist eine jener Szenen, denen immer viel Liebe und ein wenig Traurigkeit innewohnen. Bevor die Tür sich schließt, werden letzte Worte der Zuneigung gesprochen, danach setzen die Frauen ihre Kommunikation mit Handzeichen fort. In welche Richtung die Eine draußen nun nach Hause gehe, will die Andere drinnen wissen. Es dauert, bis die Frage verstanden wird und ich finde, dass sie doch eigentlich nicht so wichtig ist, bis mir klar wird, dass die Abreisende so noch ein paar Minuten lang weiß, was ihre Berliner Freundin gerade macht, obwohl die Straßenbahn sich längst wieder in Bewegung gesetzt hat. Ich denke an die Freundschaft, die in meiner Wohnung gerade ihr Finale hat. <em>The artist is not present.</em></p>
<p>Später liege ich im elften Stock, ganz in der Nähe der Coca-Cola-Leuchtreklame, unter der vertrauten blauen Decke, die mich immer an ein liebes Monster der Muppets erinnert, und ich finde meinen neuen Ort, an dem ich sicher bin: Ich auf einer Wiese im Frühlingswind, reiße die Arme in die Höhe und meine Haare flattern umher. Zum ersten Mal seit Wochen bin ich frei von Sorgen. Anschließend breite ich ein Tuch inmitten der Wiese aus, liege auf einem von Blumen umzingelten Quadrat in Sicherheit, der Wind weht weiter und die Sonne scheint von oben. Ab und an bewegen sich meine Hände durch das Gras, eine Biene summt. <em>Dial a cliché.</em></p>
<p>Als ich später das Schlüsselband aus meinem Briefkasten nehme, die Wohnung betrete und sehe, dass die Schallplatten tatsächlich fort sind, tut es wider Erwarten nicht weh. Ich liege ohnehin immer noch im Gras. </p>
<p>Genau so mache ich weiter.</p>
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		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 20:23:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich liege noch im Bett, obwohl es schon nach elf Uhr ist. Unten im Hof beginnt jemand mit Sägearbeiten. Ob sie womöglich den einzigen, aber dafür riesigen Baum in der Mitte des sonst eher hässlichen Areals entfernen? Doch wo sollte dieser überhaupt hinfallen, wenn er tatsächlich einfach so abgesägt würde? Ach soll er doch ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich liege noch im Bett, obwohl es schon nach elf Uhr ist. Unten im Hof beginnt jemand mit Sägearbeiten. Ob sie womöglich den einzigen, aber dafür riesigen Baum in der Mitte des sonst eher hässlichen Areals entfernen? Doch wo sollte dieser überhaupt hinfallen, wenn er tatsächlich einfach so abgesägt würde? Ach soll er doch ins Quergebäude stürzen, ich bleibe liegen.<br />
Erst als es in meinem Zimmer trotz der geschlossenen Fenster bereits nach dem Benzin der Motorsäge stinkt, stehe ich auf und blicke hinab in den Hof. Ich komme mir vor wie meine Mutter seinerzeit, so gut versteckt hinter den hellen Vorhängen.<br />
Ich sehe den Mieter aus der Wohnung unter mir. Er gibt einem Mann gestikulierend Anweisungen, während dieser von einem Stück Baumstamm von etwa eineinhalb Meter Durchmesser eine Scheibe abschneidet. Beide tragen Kopfhörer, um sich vor dem Lärm zu schützen. Der ganze Hof ist voller Sägespäne, die in den noch verbliebenen Schnee geweht wurden. Wozu wird wohl jene Scheibe gebraucht? Kunst? Bloß nicht! Ich verliere die Lust, weiter darüber nachzudenken und schaue auf die Uhr: Mittag. Aus einem Fenster ruft jemand empört &#8216;Ruhe!&#8217;. Es ist kurz so, als sei ich nie aus der kleinen Stadt in Südwestdeutschland weggezogen. Womöglich hängt unten im Hauseingang demnächst ein Winterplan fürs Schneeschaufeln und einer, der das ganze Jahr über gilt und über dem in Versalien K E H R W O C H E steht.</p>
<p>Dies wird das Jahr mit den höchsten Heizkosten werden. Weil es immer noch so kalt ist und weil ich seit drei Monaten auch tagsüber die meiste Zeit zuhause bin. Alle verlassen ihre Wohnungen, ich bleibe da und passe auf. Vom Bett aus oder wenn ich am Küchentisch sitze und durch die Lücke in der Häuserschlucht bis hinüber auf die andere Seite der Straße gucke. Ich sehe dann, ob der Schnee immer noch auf dem Gehweg liegt, ob Autos über nassen Asphalt rollen und dabei leise Schlürfgeräusche machen, die ich bereits hören kann, wenn ich noch mit geschlossenen Augen im Bett liege. Vielleicht hören der Winter und das Warten nie mehr auf.</p>
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		<pubDate>Mon, 11 Mar 2013 20:01:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;Und ein Gefühl von Heimat kommt bei ihr nur auf, wenn sie mit gleich gesinnten Menschen zusammen sein kann, wenn sie frei reden kann und verstanden wird.&#8221; Alois Prinz, Hannah Arendt oder Die Liebe zur Welt Wie immer an Mamas Geburtstag jährt sich dein Tod und nach wie vor denke ich bei den schönen Dingen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Und ein Gefühl von Heimat kommt bei ihr nur auf, wenn sie mit gleich gesinnten Menschen zusammen sein kann, wenn sie frei reden kann und verstanden wird.&#8221;<br />
Alois Prinz, <em>Hannah Arendt oder Die Liebe zur Welt</em></p>
<p>Wie immer an Mamas Geburtstag jährt sich dein Tod und nach wie vor denke ich bei den schönen Dingen, die mir widerfahren, wie schade es ist, dass du nicht mehr erleben kannst, wie sie mich mit Freude erfüllen. Deinen Spiegel habe ich letztes Jahr verliehen und er ist vor der Rückgabe und ohne mein Zutun in Scherben zerfallen. Ich habe immer an dich gedacht, wenn ich hinein schaute, habe versucht, mich mit deinen Augen zu sehen, die viel milder mit mir umgingen als ich es je vermochte.</p>
<p>Heute habe ich mir ein paar Gläser mitgebracht, die du seinerzeit in Mamas Schrank stelltest und die mich an dich erinnern werden, wann immer ich aus ihnen trinke. Die kleine schwarze Katze hat in meiner Abwesenheit wieder einmal die Schleife des Grabstraußes vom Schrank gerissen. <em>In Liebe</em> steht darauf in goldenen Buchstaben geschrieben und das gilt immer noch.</p>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2013 15:25:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Um meinen Geist zu beruhigen, höre ich zum Einschlafen meistens Interview-Radiosendungen. Darunter auch ein Mal die Woche Das philosophische Radio, wo die Begrüßung Freunde der Weisheit! durch den Moderator Jürgen Wiebicke längst zum geflügelten Wort geworden ist. Während dieser sich mit einem Gast über Schöpfung und Evolution unterhält, werde ich nervös. Als wäre ich wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um meinen Geist zu beruhigen, höre ich zum Einschlafen meistens Interview-Radiosendungen. Darunter auch ein Mal die Woche <a href="http://www.wdr5.de/sendungen/philosophische-radio.html"><em>Das philosophische Radio</em></a>, wo die Begrüßung <em>Freunde der Weisheit! </em>durch den Moderator Jürgen Wiebicke längst zum geflügelten Wort geworden ist. </p>
<p>Während dieser sich mit einem Gast über Schöpfung und Evolution <a href="http://www.wdr5.de/sendungen/philosophische-radio/s/d/15.02.2013-20.05.html">unterhält</a>, werde ich nervös. Als wäre ich wieder ein Teenager, liege ich mit Schweißausbrüchen im Bett und ertrage sie kaum, die Angst vor dem Tod. Schon damals konnte ich nächtelang wegen ihr nicht schlafen und ab und an werde ich noch heute von ihr heimgesucht, spüre eine Panikattacke in mir aufsteigen. Dann zerreißt es mich fast, während ich mir vorzustellen versuche, dass ich irgendwann einfach fort bin – auch wenn diese Tatsache für den Lauf der Welt egal ist.</p>
<p>Ich kann dieses Mal lange nicht schlafen und denke über Situationen nach, in denen ich nicht mutig war, in denen ich nicht wahrhaftig war, in denen ich Chancen verstreichen ließ, in denen ich unfair war, in denen ich meine Gefühle für mich behielt, ihnen nachgab oder besser nicht nachgegeben hätte. Hin und her gerissen zwischen eigenen Bedürfnissen oder Unzulänglichkeiten, gesellschaftlichen, sozialen oder moralischen Verpflichtungen, der Nähe oder Ferne zu Menschen. </p>
<p>Die momentane Zäsur in meinem Leben macht mich sehr nachdenklich, lässt mich Dinge neu betrachten und ich ordne sie manchmal anders ein als zuvor. Ich will in Zukunft weniger werten, ehrlicher sein und noch viel mehr wagen.</p>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2013 18:44:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Jene Zeit ohne Arbeit, die Zeit zwischen zwei vermeintlich geregelten Leben, ist gut, um ganz in Ruhe zu erforschen, wer man geworden ist, als man so vor sich hingelebt hat im Alltag, der nur wenig Platz ließ, um sich wirklich mit sich selbst zu beschäftigen, und um darüber nachzudenken, wer man werden möchte. Dieses Mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jene Zeit ohne Arbeit, die Zeit zwischen zwei vermeintlich geregelten Leben, ist gut, um ganz in Ruhe zu erforschen, wer man geworden ist, als man so vor sich hingelebt hat im Alltag, der nur wenig Platz ließ, um sich wirklich mit sich selbst zu beschäftigen, und um darüber nachzudenken, wer man werden möchte.<br />
Dieses Mal könnte sich erneut etwas Grundlegendes ändern. Es steht eine Möglichkeit im Raum, die mir vor kurzem noch undenkbar vorgekommen wäre und nun gefällt sie mir von Tag zu Tag mehr. So war das schon immer mit meinen wirklich großen Veränderungen.</p>
<p>Seit letzter Woche befinde ich mich in einer weiteren Parallelwelt. Es ist die Berlinale, auf der ich mich treiben und hetzen lasse. Ich bin alleine mit mir und den vielen Filmen, musste erst wieder lernen, mich auf Geschichten einzulassen, ohne Blick auf die Uhr oder das Mobiltelefon. Zwischen den Vorführungen eile ich durch Menschenmassen, nur um mich erneut mit vielen anderen Personen in eine Schlange zu stellen, in ein weiteres Kino zu setzen, eine neue Geschichte zu erleben. Wir sind so viele und dennoch sind wir meist nur bei uns selbst. Als ich abends erschöpft nach Hause fahre, fühle ich mich allein wie lange nicht mehr. Ich denke an jene zwei Menschen, die mich momentan am meisten beschäftigen, weil Dinge zwischen uns nicht geklärt sind. Von einem der beiden möchte ich mich verabschieden, weil das Schöne zwischen uns gewichen ist, ich mich schon seit geraumer Zeit nicht mehr wohl fühle. Vom anderen habe ich längst noch nicht genug gesehen, aber da bin es nicht ich, die das entscheidet.</p>
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		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 16:23:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich bin fünf Minuten zu spät, weil ich mich in den Hinterhöfen verirrt hatte, doch in einer jungen Internet-Agentur, wo sich alle duzen, spielt das offenbar zum Glück keine Rolle. Der Geschäftsführer ist krank, deshalb führt ein anderer junger Mann das Bewerbungsgespräch mit mir. Er rutscht nervös auf seinem Stuhl herum, seine Hand landet immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin fünf Minuten zu spät, weil ich mich in den Hinterhöfen verirrt hatte, doch in einer <em>jungen Internet-Agentur</em>, wo sich alle duzen, spielt das offenbar zum Glück keine Rolle. Der Geschäftsführer ist krank, deshalb führt ein anderer junger Mann das Bewerbungsgespräch mit mir. Er rutscht nervös auf seinem Stuhl herum, seine Hand landet immer wieder unbeholfen im Gesicht oder fährt durch sein Haar. Ich bin weitaus weniger angespannt und ein wenig amüsiert über jenes ungewöhnliche Gefälle.</p>
<p>Nachdem ich zuerst von mir erzähle und anschließend auch endlich Fragen stelle, um mehr über die Firma zu erfahren, die zu wenig über sich auf der Webseite preisgibt, stellt sich heraus, dass hier ausschließlich Suchmaschinenoptimierung gemacht wird. Ich kann das nicht, denke ich, und eine Minute später sage ich das auch meinem Gegenüber. Er ist erstaunt. Allerdings pflichtet er mir bei, als ich erkläre, dass ich nichts davon halte, so zu tun als ob. Ich bin ein bisschen erleichtert, denn der große Büroraum, den ich zuvor durchschritten hatte, war mit dunklem Teppich ausgelegt, viele leere Schreibtische standen herum, nur zwei weitere Mitarbeiter befanden sich noch im Raum, die weder sprachen oder lächelten. An den Wänden hingen keine Bilder. Ich hätte es hier nicht einmal zwei Monate ausgehalten.</p>
<p>&#8220;Ich will, dass Sie etwas finden, das Ihnen Spaß macht. Nur so weiß ich auch, dass ich Sie nicht mehr wiedersehe.&#8221; hatte die Arbeitsberaterin letzte Woche zu mir gesagt. Sie hat mich damit ermutigt, heute ehrlich zu sein. </p>
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		<pubDate>Sat, 02 Feb 2013 15:55:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Text, vieles zu verändern. Sei es als Anstoß für das ganz große Ding, als auch für mich im Privaten, das nun auf jeden Fall politisch geworden ist. Ich habe über Twitter ein Notwehrseminar geschenkt bekommen, habe meine Freundin Anne voller Stolz auf ihre Arbeit und voller Freude über die aktuelle feministische Entwicklung zu ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein <a href="http://www.kleinerdrei.org/2013/01/normal-ist-das-nicht">Text</a>, vieles zu verändern. Sei es als Anstoß für das <a href="https://twitter.com/search?q=%23aufschrei&#038;src=tyah">ganz große Ding</a>, als auch für mich im Privaten, das nun auf jeden Fall politisch geworden ist. Ich habe über Twitter ein <a href="http://www.notwehrtraining.de/seminare/">Notwehrseminar</a> geschenkt bekommen, habe meine Freundin <a href="https://twitter.com/marthadear">Anne</a> voller Stolz auf ihre Arbeit und voller Freude über die aktuelle feministische Entwicklung zu ihren Talkshowauftritten begleitet und war in diesem Zusammenhang gar für achtzehn Stunden in Köln, ohne kaum etwas davon mitzubekommen, so knapp war die Zeit und so dunkel das Draußen. Lediglich der Blick aus dem Hotelfenster auf den Dom bestätigte, dass ich wirklich in jener Stadt war, in der ich viele Jahre gelebt habe.</p>
<p>Ich gab mein erstes Fernsehinterview, dazwischen führte ich Bewerbungsgespräche, traf meine wider Erwarten wunderbare Arbeitsberaterin und sah mich der Inbetrachtziehung einer schrecklichen Krankheit durch meine Ärztin zwischen Tür und Angel ausgesetzt, die sie so niemals hätte äußern dürfen, wenn sie mir genau zugehört hätte, die nun aber in meine Gedankenwelt gepflanzt wurde und erst wieder daraus verschwindet, wenn andere Ärzte irgendwann das Gegenteil behaupten. Ich habe außerdem gelernt, was es mit Reiki auf sich hat und wie ich es anwenden kann, obwohl ich die Kritik daran verstehe.</p>
<p>Ich traf Menschen, die ich schon vor fast einem Jahrzehnt im Internet las, als wir hier noch unter uns waren und ich traf Menschen, die ich vorher kaum kannte und denen ich mich nun sehr nah fühle. Ich fliege gerade hoch und falle tief. Gestern <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qaMqSbDX_w4">sang ich</a> mit den <a href="http://www.kleinerdrei.org/">Verbündeten</a> um mein Leben, um die Spannungen auszuhalten &#8211; und weiter über mich hinaus zu wachsen.</p>
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