25/04/2017
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Morgens koche ich seit langem mal wieder Kaffee, füge diesem einen Teelöffel Kokosöl sowie einen mit Butter hinzu, schlage das Ganze mit dem Pürierstab schaumig und fülle es in den Coffee-to-go-Becher. An der Tram-Haltestelle halte ich meine Nase über die kleine Öffnung und inhaliere gierig den Kokosduft. Bereits an der Storkower Straße habe ich den Bulletproof Coffee leer getrunken und in Neukölln verspüre ich bereits jenen koffeeinbedingten Durst, jedoch ohne den sonst dazugehörigen Schwindel. Im Büro bin ich albern und überdreht, bloß nicht am Schreibtisch sitzen! Stattdessen baue ich das Catering für einen Workshop auf, trage Flaschen ins erste Stockwerk, Schüsseln mit Obst, Gläser, koche Massen an Kaffee, beantworte Fragen, baue Tische ab, hänge Whiteboards um, erkläre den Weg nach oben.

Zwar habe ich tagsüber ein paar müde Momente, doch selbst am Abend ist da immer noch ein ungewohnter Bewegungsdrang. Es wird Zeit, dass der eisige Wind verschwindet. Morgen halte ich mich an den Ratschlag, noch mehr Kokosöl zu verwenden.

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I don’t fear what I want : )

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Meine jetzige Arbeit erscheint mir wie eine wundervolle Mischung aus den meisten Jobs, die ich bisher hatte: Die Jahre im Plattenladen, in der Agentur, bei der Filmproduktion, der Zeitung, ja selbst die vielen Kellnerjobs nebenher, sind mir jetzt eine Hilfe, und demnächst kommen ganz neue Dinge hinzu.

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It’s a risk just to exist. I’m so glad to be alive!




24/04/2017
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Meine Kollegin hat mir übers Wochenende eine Laptop-Hülle aus rosa Wildleder genäht, das sie irgendwo in Kreuzberg einem Türken abgekauft hat. Ich habe mich so darüber gefreut!

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Nach zehn Jahren musikalischer Enttäuschung wächst meine Liebe für das neue Album von Maxïmo Park gerade minütlich. In vier Tagen gibt es Konzertkarten.

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Stay home with me. You are the reason I am here.

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Gelernt, was es mit Bulletproof Coffee auf sich hat. Ich lasse ja nichts unversucht, um morgens vielleicht doch einmal so wach zu sein, wie normale Menschen. Am liebsten wäre ich selbstverständlich noch wacher. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich dann bin – Euphorie steht mir gut. Morgen früh geht es los!




23/04/2017
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Tränen wegen einer fiktiven Serienfigur vergossen.

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Du suchst das Missverständnis nicht, schreibt er, und mir wird das erstmals überhaupt so recht bewusst. Ich will immer Klarheit haben, ich mag es nicht, im Ungewissen zu sein. Gleichzeitig bin ich auch stets bereit, diese Klarheit zu geben, und ziehe mich mittlerweile zurück, wenn beides nicht (mehr) möglich ist.

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Nach dem Serientod fege ich den Boden und höre dabei das Lemonade-Album. Vor einem Jahr begleitete es mich, als ich eine Woche lang die Wohnung putzte, um sie meiner Zwischenmieterin guten Gewissens übergeben zu können. Ich hörte es auch während meines Fluges nach Tokio, und dann häufig, wenn ich mit der Chuo Line zur Sprachschule fuhr. Ich habe es seit meiner Rückkehr schon oft gehört, es längst mit neuen Eindrücken verknüpft, doch heute wiegen lediglich ganz schwer die Erinnerungen aus Japan auf meiner Brust. Die aus meiner ersten Zeit, als noch so viele Wochen und Möglichkeiten vor mir lagen und Mamas Erkrankung nicht schon wie ein rasender Asteroid einen Krater in mich gerissen hatte. Das Loch ist inzwischen längst zugeschaufelt, doch die Gedanken daran werde ich nicht mehr los. Ich wünsche mir manchmal, mein halbes Jahr in Japan auf einem zweiten Zeitstrahl erleben zu dürfen, in dem Mama gesund und ich unbeschwert bin.

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Jaja, immer nach vorne sehen. Morgen dann wieder. Versprochen.