21/01/2015
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Ständige Anspannung. ‘Besser die Tage auf diese Weise verschenken als in traurigem, regungslosem Zustand.’ denke ich während der S-Bahn-Fahrt. Hier kann ich mich treiben lassen, denn das Mobiltelefon liegt zu Hause auf dem Wohnzimmertisch. Als ich das Vergessen heute morgen an der Tram-Haltestelle bemerkt habe, dachte ich sofort daran, es zu holen. Wehmütig fuhr ich stattdessen mit der Straßenbahn davon, und es ist wohl an der Zeit, meine Nutzung des Telefons einmal zu überdenken.

Morgen habe ich mein zweites Sprachtandem-Treffen. Beim letzten Mal, kurz vor Weihnachten, fiel kein einziges japanisches Wort. Ich hatte mich nicht getraut, und so sprachen wir die ganze Zeit Deutsch. Bis zum Januar wollte ich mutiger werden, Vokabeln lernen, sprechen üben. Nur wenig davon habe ich tatsächlich umgesetzt. Am besten bin ich mit den Kanji-Flashcards, doch das hilft mir nicht beim Bilden alltäglicher Sätze. Die Struktur, der Aufbau – alles ist immer noch so fremd. Ich zweifle an meiner Fähigkeit hinsichtlicher dieser Sprache. Vielleicht gehören wir nicht zusammen. Ich will das noch nicht glauben.




18/01/2015
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Der Samstag hat eigentlich nicht stattgefunden, da ich zu lange geschlafen und den Rest des Tages bis tief in die Nacht hinein mit störrischen PHP-Dateien verbracht habe. Es tut gut, heute früher aufzuwachen und draußen blauen Himmel zu sehen.
Ich liege herum, lese ein wenig, gucke Löcher in die Luft – und weiß, dass ich nach draußen muss. Ich denke darüber nach, zum Weißensee zu fahren, um ihn ein oder zwei Mal zu umrunden. Zu spät merke ich, dass heute am Herrmannplatz eine Demonstration wegen des ermordeten Khaled Idris Bahray stattfindet. Ich hatte mir doch vorgenommen, so oft es mir möglich ist, bei solchen Veranstaltungen präsent zu sein.

Ich bin träge, lasse mich treiben. Erst kurz vor drei verlasse ich das Haus. Draußen sind zu viele Menschen. Anstatt zum See zu fahren, mache ich mich auf die Suche nach einem Café, um dort Japanisch zu lernen. Doch egal, wohin ich gehe, welche Türe ich öffne: alle Tische sind besetzt, Bedienungen gucken teilnahmslos zu mir hinüber. Es ist kein Platz für mich. Nirgends.

Das letzte Café, das in Frage kommt, liegt etwas abseits. Dort sind viele Tische frei und der Druck auf meiner Brust und im Kopf lässt nach, als ich meine Tasche auf einen der Stühle lege. Wie schwer es mir zurzeit fällt, alleine zu sein. Sich von Belastungen mit anderen Belastungen abzulenken funktioniert nur, solange keine Zeit zum Denken da ist. Am schwersten wiegt das Aneurysma. Vermutlich wird meine Mutter es operieren lassen. Ich hatte sofort gesagt, dass ich in Freiburg sein möchte, wenn es soweit ist. “Was willst du denn dann hier?” fragte sie mich. “Wenn etwas schiefgeht, kannst du immer noch herkommen.”




16/01/2015
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Noch vor ein paar Wochen schien es mir unmöglich, während der Arbeit so viel zu lachen, dass im Anschluss die Wangenknochen schmerzen.